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Guajak

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Guajak Artikel

Der Begriff Guajak genannt zu dem einen den Guajak-Baum und zu dem anderen das Guajak-Harz.

Buch-Tipp: Lignum sanctum Eine Beschreibung zum Buch "Lignum sanctum" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Guajak-Baum

Der Guajak-Baum, Guajacum L., ist eine Gattung aus der Familie der Zygophyllaceen , Bäume oder Sträucher mit sehr hartem, harzreichem Holz, gegenständigen, paarig gefiederten Blättern, einblütigen, achselständigen Blüten und etwas fleischiger, fast kreiselförmiger, zwei- bis fünffächriger Kapsel. Es gibt acht Arten in dem tropischen und wärmeren Amerika.

Der Guajacum officinale L. (Franzosenholzbaum, Pockholzbaum) ist ein 12 m hoher, immergrüner Baum mit ausgebreiteter Krone, gegenständigen, zwei-, selten dreijochigen Blättern, ovalen, kahlen Blältchen, langgestielten, blauen Blüten und zweifächriger Kapsel, wächst in Westindien und auf der Nordküste Südamerikas, Guajacum sanctum L., mit drei- bis vierjochigen Blättern und fünffächriger Kapsel, auf Florida, den Bahamas und den westindischen Inseln. Beide Arten liefern das Guajakholz (Pockholz, Franzosenholz, Lignum sanctum), welches in häufig zentnerschweren Stammstücken oder in starken Ästen, meist entrindet, in den Handel kommt. Es ist sehr schwer (spezifisches Gewicht etwa 1,4), fest, hart, brüchig, spaltet schwer und unregelmäßig, ist grünlichbraun, mit hellgelblichem Splint umgeben und von diesem scharf abgegrenzt. An ältern, über 20 cm starken Stämmen ist der Splint so schwach, daß er nicht in die Augen fällt. In dem Kern und in dem Splint finden sich abwechselnd hellere und dunklere Schichten, welche sehr zahlreiche, an Jahresringe erinnernde Kreise bilden. Der Splint ist ge-schmacklos; das Kernholz schmeckt schwach aromatisch, ein wenig kratzend und entwickelt beim Erwärmen einen schwachen angenehmen Geruch. Es ist sehr harzreich (25-27%) und liefert das Guajak-Harz. Gute, feste Stücke dienten zu dem Schiffsbau, zu Achsenlagern, Preßwalzen, Kegelkugeln, Mörsern, Pistillen etc.; rissige, dünne und schlechte Stücke werden geraspelt, um medizinisch benutzt zu werden. Es dient gegen Syphilis (besonders in dem Holzthe, dessen Hauptbestandteil es bildet), hartnäckige chronische Exantheme, auch wohl gegen veraltete rheumatische Asfektionen und Gicht. Um es für technische Zwecke zu bleichen, legt man es einige Stunden in nicht zu starke Natronlauge, spült es ab und bringt es in ein Gemisch von 1 Teil Salzsäure und 8 Teilen Wasser, in welchem man 6 Teile unterschwefligsaures Natron gelöst hat. Nach 24 Stunden ist es auf der Oberfläche hellgelblich und wird nun gewaschen und getrocknet. Gebleicht und ungebleicht nimmt es schöne Politur an. Die Rinde des Guajak war früher offizinell.

Das Wort Guajak ist westindischen Ursprungs. Die Anwendung des Holzes lernten die Spanier von den Eingeborenen San Domingos kennen; sie brachten es schon 1508 unter dem Namen Palo santo (Lignum vltae, Lignum sanctum) nach Europa, wo es noch 1532 sehr teuer war. In Deutschland trugen Poll und Schmaus, besonders aber Ulrich von Hutten zur Verbreitung des "heiligen oder indischen Holzes" bei. Letzterer will nach langem vergeblichen Gebrauch des Quecksilbers seine angebliche Heilung von der Syphilis dem "Lebensholz" (vgl. Ulrich von Huttens "De Guajaci mediclna et morbo galllco", Mainz 1519) verdankt haben.

Buch-Tipp: Zum Verhalten von Spänen aus Splint- und Kernholz obligatorisch verkernter Baumarten gegenüber synthetischen Bindemitteln, unter besonderer Berücksichtigung der Baumart Kiefer (Pinus sylvestris L.) Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Zum Verhalten von Spänen aus Splint- und Kernholz obligatorisch verkernter Baumarten gegenüber synthetischen Bindemitteln, unter besonderer Berücksichtigung der Baumart Kiefer (Pinus sylvestris L. )". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb...

Guajak-Harz

Guajak-Harz (Guajakgummi, Guajacum), ist der Name des Harzes, welches freiwillig oder infolge von Einschnitten aus dem Stamm von Guajacnm officinale L. ausfließt und erhärtet, meist aber auf Gonave , gegenüber Port au Prince, gewonnen wird, indem man der Länge nach durchbohrte, 1 m lange Holzstücke an dem einen Ende über das Feuer legt und das an dem anderen Ende ausfließende Harz in untergestellten Kalebassen auffängt. Es bildet eine spröde, dunkelgrüne bis braunschwarze, häufig rissige Masse vom spezifischen Gewicht 1,2, schmilzt bei 85° und riecht dabei eigentümlich benzoeartig. Es schmeckt scharf kratzend und klebt an den Zähnen, löst sich in Alkohol und Äther, färbt sich durch oxydierende Einflüsse, allmählich selbst an der Luft, schön blau oder grün und wird durch reduzierende Agenzien, auch durch Erhitzen entfärbt. Es besteht aus ungefähr 70 Prozent amorpher, brauner, geruch- und geschmackloser Guajakonsäure C19H20O5, welche bei 95-100° schmilzt und durch Oxydationsmittel vorübergehend blau gefärbt wird; ferner aus etwa 10 Prozent farbloser, kristallisierbarer Guajakharzsäure C20H26O4, 10 Prozent in Äther unlöslichem Guajakbetaharz, sehr wenig farbloser, kristallisierbarer Guajaksäure C6H8O3, einem gelben, kristallisierbaren, geruchlosen, bittern Farbstoff, 3,7 Prozent Gummi und 0,8 Prozent mineralischen Substanzen. Guajak-Harz dient als schweiß- und harntreibendes Mittel bei Syphilis, Rheumatismus, Gicht, Psoriasis, Skrofulose, Bronchialkatarrh etc.. Mit verdünnter alkoholischer Guajakharzlösung (1:100) getränktes Papier bläut sich durch Oxydationsmittel schnell und intensiv und wird darum als Reagenzpapier benutzt. In den Apotheken findet sich das Guajak-Harz erst seit dem 17. Jahrhundert.

Dieser Artikel basiert auf Public-Domain-Text aus Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage von 1888-90. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel gelöscht werden.

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